Die Evangelische Kirchengemeinde in Malsch

 

Frühe Spuren

Obwohl die Geschichte der evangelischen Christen in Malsch bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, ist die evangelische Melanchthongemeinde eine recht junge Kirchengemeinde. Aus den Chroniken ist zu entnehmen, dass es in Malsch bereits im Jahre 1549 einen evangelischen Prediger gab. Bis ins Jahr 1623 blieb Malsch ein rein protestantisches Dorf, denn die Konfession war an den jeweiligen Herrscher gebunden. Mit dem Ende des 30jährigen Krieges wurde dann der katholische Markgraf von Baden-Baden wieder eingesetzt und Malsch war seit dieser Zeit überwiegend katholisch. 
 
Ab 1888 wurden die wenigen evangelischen Gemeindemitglieder, die nach und nach im Ort ansässig wurden, von Durmersheim mitbetreut.
 
Diese Situation änderte sich schlagartig nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele der Heimatvertriebenen, die sich hier niederließen, gehörten der evangelischen Konfession an. Die Zahl der Gemeindemitglieder schnellte in kurzer Zeit auf über 500 empor.
Für die Gottesdienste, die alle zwei Wochen am Sonntag Nachmittag gefeiert wurden, stellte die politische Gemeinde den Trausaal des Rathauses und die katholische Gemeinde die Friedhofskapelle zur Verfügung. Auch Konfirmationen fanden nun nicht mehr in Durmersheim, sondern in Malsch statt. Nach wie vor betreuten jedoch die jeweiligen Pfarrer aus Durmersheim die evangelischen Christen in Malsch.
 
Die Urkunde zur Grundsteinlegung 1955.

Eine eigene Kirche für die evangelischen Christen in Malsch

Da die Kirchengemeinde weiter anwuchs, fasste der damalige Kirchengemeinderat unter Leitung von Herrn Pfarrer Dörsam am 2.2.1947 den Entschluss zum Neubau eines eigenen Gotteshauses. Der Antrag fiel also in eine schwierige Zeit, und die Verantwortlichen mussten sicherlich viel Kraft und Mut aufbringen, um den Bau der Kirche zu planen und durchzuführen. Nach weiteren sieben Jahren wurde schließlich am 22.7.1955 der Grundstein gelegt.
 
 
Die Melanchthonkirche im Bau (1956)
Großer Andrang bei der Einweihung der Melanchthonkirche im November 1956.

Einweihung im November 1956

Die Bauarbeiten gingen zügig voran und bereits am 11.11.1956 wurde die neue evangelische Kirche von Landesbischof Julius Bender eingeweiht. Mit dem Bau der Kirche war auch der Grundstein für eine eigene Pfarrstelle gelegt, und man entschloss sich zum Bau eines Pfarrhauses. Am 5.Juli 1964 erfolgte die Amtseinführung des ersten Pfarrers - Heinz Webel. Den Namen Melanchthonkirche erhielt die Kirche jedoch erst zum 10jährigen Jubiläum am 11. November 1966. 
 

Der Evangelische Kindergarten ist fertig

Nach dem Pfarrhaus wurde im Jahr 1966 das dritte große Bauprojekt, das die Kirchengemeinde inzwischen in Angriff genommen hatte, fertig gestellt: Im Mai wurde der Evangelische Kindergarten eingeweiht und  "in Betrieb genommen".
 
 
 
Gemeindesaal und Sakristei im Rohbau (2002).
Der Anbau ist fertig: Einweihung von Gemeindesaal und Sakristei im Jahr 2002.

Mehr Räume für eine größere Gemeinde

Insbesondere durch Zuzüge wuchs die Gemeinde kontinuierlich und zählt inzwischen circa 2000 Mitglieder. Und so hat sich aus den kleinen und bescheidenen Anfängen ein reges Gemeindeleben mit vielfältigen Aktivitäten entwickelt.
 
Da die vorhandenen Räumlichkeiten für die gewachsene Gemeinde nicht mehr ausreichten und das Kirchengebäude an mehreren Stellen renovierungsbedürftig war, beschloss der Kirchengemeinderat im Jahr 2000 die Renovierung der Kirche und den Anbau eines neuen Gemeindesaales. Seit der Fertigstellung im Jahr 2002 bieten sich so erheblich mehr Möglichkeiten für die Gemeindearbeit, die auch intensiv genutzt werden.
 
Abschluss des letzten Bauabschnitts an der Melanchthonkirche im Jahr 2009: Das Foyer wird eingeweiht.
 
Die Melanchthonkirche im Jahr 2021