
Taizé-Andachten
Der Taizé-Gottesdienst ist ein meditativer Gottesdienst. Sein Kennzeichen sind die mehrmaligen Wiederholungen der Gesänge aus Taizé, die sich rasch einprägen und auch im Alltag weiter-schwingen. Dadurch kehren nach einem anstrengenden Wochentag innere Ruhe und Ausgeglichenheit ein. Zweimal jährlich laden wir zum Abendgebet mit Gesängen aus Taizé, Texten aus der Bibel, Zeit für Stille und jede Menge Kerzen ein.
Taizé ist der Name eines kleinen Gehöfts in Burgund, nahe dem Städtchen Cluny, in dem heute noch die Reste der einstmals größten Klosterkirche in Europa zu sehen sind.
In dieser spirituell und historisch aufgeladenen Landschaft gründete Frère Roger in den Jahren des 2. Weltkriegs eine religiöse Gemeinschaft, die seither stetig angewachsen ist. Das Leben der Brüder findet in Einfachheit, materieller und geistiger Gütergemeinschaft und Ehelosigkeit statt.
Die Gemeinschaft nimmt keine Spenden an und lebt aus- schließlich aus den Erträgen ihrer Arbeit. Mit Gesängen beten ist in der Gemeinschaft von Taizé eine wesentliche Form der Suche nach Gott. Kurze, stets wiederholte Gesänge schaffen eine Atmosphäre, in der man gesammelt beten kann. Der oftmals wiederholte, aus wenigen Wörtern bestehende und schnell erfasste Grundgedanke prägt sich allmählich tief ein. Meditatives Singen ohne jede Ablenkung macht bereit, auf Gott zu hören. Alle können im gemeinsamen Gebet in solche Gesänge einstimmen und zusammen ohne engeren zeitlichen Rahmen der Erwartung Gottes Raum geben.
Die Gesänge sind auch eine Hilfe für das persönliche Gebet. Sie bewirken allmählich eine innere Einheit des Menschen in Gott. Während der Arbeit, bei Gesprächen und in der Freizeit können sie unterschwellig weiterklingen und so Gebet und Alltag verbinden. Sie setzen – und sei es im Unterbewusstsein – das Gebet in der Stille des Herzens fort.
